Freitag, 31. August 2012

Tiefschwarz



Es geht mir recht gut, aber im Kopf ist der Horizont tiefschwarz...

Ob das hier was nützt:

"Wenn alles gegen dich zu sein scheint, dann erinnere dich, dass ein Flugzeug nur gegen den Wind abhebt und nicht mit dem Wind."  (Henry Ford)



Ich frag mich, wie ich den Abend erreiche. Ich will das Pult aufräumen, aber alles schaut gleich aus wie vor 5 Wochen....

Just the way you are


Donnerstag, 30. August 2012

Langsamkeit

Seit ein paar Tagen geht es gut, ohne Einbruch. Das stimmt mich einerseits positiv und andererseits nimmt die Angst zu, wieder in ein Loch zu fallen.

Ich versuchte den Tag erst mal mit dem Erledigen von administrativen Sachen zu verbringen. Das klappte am Anfang recht gut. Es waren vor allem Mails, die ich versuchte zu beantworten. Das Beantworten dauert seine Zeit. Was vorher ein paar Minuten dauerte, kann mitunter eine halbe Stunde in Anspruch nehmen. So habe ich 3 Mails beantwortet und dann kam schon wieder eine neue rein. Das ging so weiter, bis ich den PC dann abstellte. Es stresste mich regelrecht, ich merkte, dass ich einfach nicht denk-fit bin.

Danach gingen meine Frau und ich über den Mittag zum Einkaufen in die Stadt. Dies ist eine Tätigkeit, die ich gerne mache, ja, eigentlich schon immer gerne machte. Wir haben etwas kleines zu Mittag gegessen und haben uns noch ein Erdbeerkuchenstück gegönnt. Die Sonne schien sogar noch und wir haben das richtig genossen (obwohl es im Einkaufszentrum war). Als wir nach dem Einkaufen wieder ins Freie kamen, hat es geregnet und bis wir zuhause waren, hat es richtig geschüttet.

Danach legte ich mich hin und wollte einige Seiten in einem Selbsthilfebuch lesen, doch ich schlief ein und habe dann 1 1/2 Stunden geschlafen.

Am Abend war der Bruder meiner Frau in der Region und er wollte uns besuchen. Wir haben in H. eine Pizza gegessen und es war friedlich. Er zeigte seit Anfang grosses Verständnis für meine Situation.

Zuhause das obligate Nacht-Joghurt und dann gings ins Bett. Es hat viel geregnet in der Nacht und das Schlafen war so doppelt entspannend.

Mittwoch, 29. August 2012

Die Stille am Horizont

Manchmal hört man die Stille.

Es gibt Momente, da sitze ich auf der Terrasse und schaue in die Hügel. Und in seltenen Momenten hört man rein gar nichts. Nicht einmal Vögel oder Flugzeuge.

Dann habe ich das Gefühl, dass die Welt nur weit draussen am Horizont stattfindet. Dazwischen ein Gürtel, in dem nichts passiert. Der beharrlich alle Begehrlichkeiten der Welt abschottet.

Dann wird mir bewusst, dass mein Interesse an Technik nicht mehr existent ist. Und irgendwie ist es mir in solchen Momenten auch egal. Es war mir schon immer suspekt, wie gewisse Freaks sich jedes Mal auf die neue iPhone Version geworfen haben. Etwas Unnötigeres als iPhone und iPad und Co. gibt es nicht. Rausgeworfenes Geld - nur Apple freuts.

Und jetzt ist mir sämtliche Technik fremd. Als ich den Keller räumte und all meine technischen Sachen sah, fühlte ich nichts. Vieles habe ich fortgeworfen. Es würde mir aktuell nicht mal gross was ausmachen, alles wegzugeben.

Meine Projekte, die ich mit viel Herzblut für Kunden aufgebaut habe: Uninteressant.

Ein Effekt der Depression oder der Medis? Auf jeden Fall schottet sich das Gehirn ab.


Und dann höre ich die Stille, welche bei mir einkehrt.

In einem gewissen Sinne ist es auch eine wohltuende, reinigende Stille. Der "Lärm" der Projekte, der Kunden ist weg. Im Kopf hat wieder anderes Platz als nur Planungen, Mails, Support, Zeitpläne, Systemkonzepte, Fehlersuche, Bestellabläufe und dergleichen. Plötzlich merkt man, dass man noch einen Körper und eine Seele hat...
 
Wie weit man vom Leben abdriften kann?

Ich muss mich wieder neu erfinden.




Dienstag, 28. August 2012

Nervös

Um 4 Uhr war ich wach und an ein Einschlafen war nicht mehr zu denken. Meine Beine und Füsse wurden total nervös. Also stand ich auf und machte im Wohnzimmer die Entspannungsübungen ab CD. Das half gut, ich konnte mich beruhigen und noch einwenig ruhen, dösen. Um die flauen Gefühle und den Druck auf der Brust zu lösen, nahm ich 1/4 Temesta.

Durch den Tag beschäftigte ich mich mit Sachen rund ums Haus. Die Fahrt ging gut.

Am Abend machte ich mit meiner Frau noch ein Yatzee und dann gings ins Bett. Da ich wieder völlig unruhige Beine (Füsse) kriegte, schlief ich dann im Wohnzimmer. Das klappte gut.


Montag, 27. August 2012

Zeit haben

Ich habe dafür keine Zeit
Man hat jetzt grad keine Zeit
Keine Zeit

Keine Zeit?

Robert Betz bringt es auf den Punkt:

Zitat

Man hat genug Zeit! Man muss sich ihr nur bewusst werden.

Wie oft denkt es in uns „Ich habe keine Zeit!“ Wer das denkt und glaubt, erschafft subjektiv empfundenen Zeitmangel, denn nach deinem Glauben geschieht dir. Du hast genug Zeit, nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Frage ist nicht, was du in der Zeit alles machst, sondern ob du in der Zeit bist und wie du die Dinge machst. Wenn wir die Dinge unbewusst machen, wenn wir nicht da sind bei dem, was wir tun, sondern in Gedanken oder im routine- und roboterhaften Tun verloren, verpassen wir das Wesentliche, das Gefühl des Lebendig-Seins und den heiligen Moment des JETZT. Nur in ihm, in seinem bewussten, atmenden, fühlenden und wertschätzenden Erleben findet das Leben statt.

Solange wir glauben, so viele Dinge, die wir tun, seien unwichtig, verpassen wir das Leben. Nichts ist unwichtig, alles ist gleich wichtig. Warum? Weil es deine Sekunden, Minuten und Stunden sind, die du hier lebst. Solange wir Dinge tun, die wir nicht wirklich tun wollen und glauben, sie halt tun zu müssen und sie nicht mit Liebe tun, sind wir nicht da und leben ein Scheinleben. Solange wir „es“ in uns denken lassen, sind wir nicht hier, sondern in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Denke bewusst und kehre danach immer wieder in die Gegenwart deines lebendigen Seins zurück.

Sei bei allem da und dabei. Schließe immer wieder Augen, nimm ein paar Atemzüge, spür dich und nimm diesen Moment wahr. Und frage dich: „Will ich das, was ich jetzt tue, wirklich tun und tue ich es bewusst? Bin ich jetzt wirklich da?

Die meisten Menschen sind nicht da, schlafen den Schlaf des Unbewussten und verpassen das Leben.

Zitatende

Ich habe einige seiner Vorträge auf CD angehört und jede CD hat mir irgend einen Kernsatz, eine tiefe Wirklichkeit vermittelt. Eben auch obiger Zusammenhang betreffend bewusst erlebter Zeit.

Wie oft habe ich Rasen gemäht, weil es eben sein musste, weil ich "nachher" wieder an einem Projekt arbeiten musste (das wichtiger war). Wie oft habe ich etwas noch so rasch zeitlich reingewurstelt, weil eben noch eine kleine Zeitlücke war. Dabei hätte mir das Erledigen dieser Abeit wirklich gefallen. Doch auf Grund des Zeitdrucks konnte ich es nicht geniessen, ja, es wurde sogar zu einem "Muss".

Heute mähe ich den Rasen und ich mähe ihn wirklich! Ich bin dabei und mache mir Gedanken zum Rasen. Oder ich laufe durch den Wald und bin wirklich im Wald. Ich war noch nie Freund des Multitaskings - ich habe das sogar extrem verabscheut. Aber seit meiner Krankheit gibt es sowas bei mir grundsätzlich nicht mal mehr im Ansatz. Das Schlimmste, das ich mal sah, war einer, der in einem Kaffee ein Getränk schlürfte, dazu auf dem Handy telefonierte und auf dem iPad gleichzeitig rumtippte.

Sind wir in unserem Leben wirklich so weit?
Sind wir so weit abgedriftet von den wirklichen Werten im Leben?


Sonntag, 26. August 2012

Sonn-Tag

Letzte Nacht hat es ausgiebig geregnet und was gibt es schöneres, als in der Nacht durch das offene Fenster den Regen zu hören und zu wissen, dass man im warmen Schlafzimmer vor dem Regen geschützt ist. Am Morgen habe ich bis 9 Uhr geschlafen, eigentlich recht lange. Danach machten wir das Frühstück und nahmen es wirklich gemütlich.

Für den Rest des Morgens schrieb ich Tagebuch und räumte noch einwenig auf. Danach redeten wir lange zusammen, bevor endlich die Dusche dran war.

Ich fühlte mich so gut, dass ich sogar noch den Rest des Rasens mähte (an einem Sonntag....), aber es windete derart, dass man wohl vom Elektromäher nichts hörte. Also störte es niemanden. Gleich darauf assen wir das Zmittag-Znacht und dann legten wir uns etwas hin. Meine Beine wurden aber derart nervös, dass an Ruhen nicht zu denken war, also gingen wir auf eine leichte Wanderung zum Risi, was mich sehr entspannte. Auf dem Heimweg hatte ich eine Zeit lang das Gefühl, als wolle das Ameisenlaufen in meinen Oberschenkeln wieder beginnen, aber zum Glück gings wieder weg.

Der Sonntag war also ein SONN-Tag, es ging mir wirklich recht gut und das freut mich.

Am Abend bügelte ich Wäsche und dann schauten wir im TV den Film "salt". Ein Actionfilm. Er hat mich beim Ansehen nicht beunruhigt. Aber in der Nacht hab ich es dann gebüsst: Die ganze Nacht völlig unruhige, zuckende Beine. Kein EInschlafen, bis ich 1/2 Temesta nahm, dann gings.

Resultat: Keine Actionfilme mehr!


Samstag, 25. August 2012

Ein gemischter Tag

Die Enttäuschung war gross an diesem Samstagmorgen. Nach dem es am Freitag den ganzen Tag wirklich gut ging, erwachte ich am Samstagmorgen grundlos mit einem Druck auf der Brust. Ich schlief nicht mehr ein und dann folgte auch das flaue Gefühl im Bauch. Ich wurde nervös - bitte nicht wieder ein schlechter Tag!

Also stand ich auf und schrieb meiner Frau endlich den Brief, den ich schon lange im Kopf hatte. Ich brachte ihn nur bisher nicht zu Papier. Es tat gut, das zu schreiben und ich merkte beim Schreiben, dass mich aktuell nur emotionale Dinge "am Leben erhalten". Ihre Liebe, die vielen Mails, SMS und Telefone von den Kindern, von Bekannten, vom Papa meiner Frau und die Karten von Geschäftspartnern und Kunden.

Danach stand meine Frau auch auf und wir nahmen einen Kaffee und gingen dann auf einen schönen Morgenspaziergang. Ein wenig lag bereits der Geruch von Herbst in der Luft.

Nach dem eigentlichen Frühstück gab ich ihr den Brief und dann redeten wir lange, lasen die Zeitung und gingen dann noch in die Brockenstube. Dort kaufen wir 2 schöne Bilder für das neue Haus und einen Rahmen für mein selbst gemaltes Bild sowie ein kleines Männchen auf Skiern aus geschweisstem Stahldraht, das mir sofort gefallen hatte.

Danach gingen wir in die Kirche und zündeten 3 Kerzen an. Auf je einem Blatt Papier schrieben wir unsere Wünsche und legten diese in die Schale. Wir sassen lange da, ohne Worte.

Nach dem Mittag gings mir besser und ich mähte einen Teil des Rasens. Körperliche Arbeit tut mir gut. Auch die anschliessende Dusche war erfrischend. Und ich stürzte mich inden Flauschi-Trainer. Fast wie im Herbst oder Winter. Danach gabs das Essen (ein Raclette) und der Regen begann. Das hat grad noch mal gepasst mit dem Mähen.

Am Abend schauten wir einen leichten Film und nach dem Abendjoghurt gings ins Bett. Meine Frau blieb noch auf und erledigte die Zahlungen. Ich schlief gut ein.